
Foto: © Markus Beeren
Video von Max Noll:
auf 1822m (M. ü. A.) die höchstgelegene Wallfahrtskirche der Ostalpen
Die Seckauer Hochalmkirche trägt auch den Namen "Maria Schnee". Vordergründig könnte man eine Anspielung auf die Wetterlage vermuten. Man sagt ja, das in manchen Jahren dort jedes Monat Schnee fällt, auch in den Sommermonaten. Aber der Ausdruck "Maria Schnee" hat eine tiefere Bedeutung, er bezieht sich auf die Gründungslegende der römischen Basilika Santa Maria Maggiore. Der 5. August ist der Gedenktag dieser Kirchweihe. Frischer Schnee soll damals im Jahr 358 gefallen sein, um anzuzeigen, wo der geplante Kirchenbau auf dem Esquilinhügel errichtet werden sollte.
Unsere Hochalmkirche wurde auf Initiative vom Seckauer Stiftsdekan Paul Auer erbaut. Er stand dem Kloster vor, weil der Stiftspropst Maximilian von Gleisbach (1657–1700) als Abgeordneter längere Zeit im Grazer Landhaus beschäftigt war. Die Kirche wurde am 2. Juli 1660 zu Ehren Maria Schnee und zu Ehren des hl. Hieronymus geweiht. Hieß es Anfangs "S. Hieronymus Kirchlein auf der Alm", blieb nach der Aufhebung des Stiftes 1782 bis heute der Name "Maria Schnee auf der Hochalpe", vermutlich weil eine Statue der "Hochalmmuttergottes" seit dem 18. Jahrhundert in der Kirche verehrt wird. Bei der Fronleichnamsprozession wird die mit Blumen geschmückte "Hochalmmuttergottes" vor dem Allerheiligsten durch den Ort getragen, um dann in den Sommermonaten vielen Pilgern in der Hochalmkirche Fürsprecherin vor Gottes Thron zu sein. Da der "Kühberger" durch viele Generationen Kirchenpropst des Hochalmkirchleins war, ist der Kühbergerhof mit diesem bis heute eng verbunden, und jedes Jahr verbringt die "Hochalmmuttergottes" die Wintermonate beim Kühberger.
Erzherzog Johann besuchte 1810 und 1825 die Hochalm und fand die Kirche in einem elenden Zustand vor. Pfarrer Adalbert Janisch gelang es, zum 200 Jahr Jubiläum 1860 das Interesse im Volk wieder zu erwecken und ca. 15.000 Pilger von nah und fern zur "Hochalmmuttergottes" zu führen. Papst Pius IX. gewährte allen Hochalmpilgern einen vollkommenen Ablass.
P. Pius Widerhofer, nach der Neugründung des Klosters durch die Beuroner Benediktiner, Pfarrer von Seckau, schrieb im 1. Band der Seckauer Pfarrchronik, 2. Juli 1892, Fest Maria Heimsuchung: "Die Führer und Schweigerruth hält von heute an ihre Wetterprozession an diesem Tage auf die Hochalpe. Diese Prozessionsroute mit Beginn um 5.00 Uhr vom Schweigerkreuz weg hat sich bis heute erhalten."
Der Turmbau und die Restaurierungsarbeiten begannen am 13. Juni 1904 und konnten bis zum Patroziniumsfest fertig gestellt werden. Die Feier am 5. August gestaltete sich, dank der göttlichen Vorsehung, zu einem auf solcher Höhe wohl noch nie gefeierten Feste, mit Weihe des Turmkreuzes und einer neuen Glocke. Die ersten beiden Glocken wurden 1949 vom Kühberger und 1991 von Peter Pripfl und Willi Eisenbeutel gestiftet.
Zum 300 Jahr Jubiläum wurde das Kirchlein unter der Leitung von P. Desiderius und Peter Feldbaumer vlg. Reibenbaum großzügig renoviert. Die Liebe der Bevölkerung zum Hochalmkirchlein erweist sich seit jeher wohl darin, dass es bei solchen Arbeiten niemals an Männern und Frauen fehlt...
(von Abt Johannes Gartner, aus "350 Jahre Hochalmkirche "Maria Schnee")
Zum 350 Jahr-Jubiläum im Jahr 2010 bemühte sich Adolf Friedl mit dem Team ums Pfarrhöfl, gemeinsam mit vielen Helfern und Spendern die Hochalmkirche Innen und Außen wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Vergelts Gott dafür!
Zur 350-Jahr-Feier im Jahr 2010 konnte Pfarrer P. Johannes Fragner den damalige Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari begrüßen, welcher auch der Festmesse vorstand.
Am 25. Dezember 2020 wurde die Josefsglocke (42 kg) als dritte Glocke für die Hochalmkirche geweiht. Sie wurde dankenswerterweise vom Hochalmkomitee gestiftet! Hier finden sich Fotos von der Weihe.
Die Festtage mit hl. Messen werden jedes Jahr gefeiert:
| 1. Sonntag im Juli | 8.30 und 10.00 Uhr |
| am 1. So im Juli: 5.00 Prozession auf die Hochalm ab Schwaigerkreuz | |
| 26. Juli (Annatag) | 9.30 Uhr |
| 1. Sonntag im August | 8.30 und 10.00 Uhr |
|
5. August |
9.30 Uhr |
Zufahrt:
An den Hochalmtagen mit hl. Messe kann man auf eigene Gefahr bis zum "Schroateck" (Wetterlärche) zufahren und parken. Außerhalb der Festtage kann man beim Kühbergerhof parken.
Gehzeit zu Fuß:
von der Wetterlärche (Schroateck): ca. 1h
vom Kühbergerhof: ca. 2h
Pilgerwege, die über die Hochalm führen:
- Mariazell-Gründerweg: https://www.pilgerwege.at/pilgerwege/fuss-pilgerwege/mariazeller-wege/mariazeller-gruenderweg/
- Romea-Strata: https://www.romeastrata.org/en/
Weitere Pilgerwege, die über Seckau führen:
- Benedikt-Pilgerweg: https://www.benedikt-bewegt.a
- Steirischer Jakobsweg: https://www.jakobsweg-weststeiermark.at
Fotos von der 350-Jahr-Feier (© Willibald Eisenbeutel)
weitere Fotos (© 3. Markus Beeren; 4. Dr. Eva Rath):














